Ein Handwerker arbeitet konzentriert mit einer Kappsäge in einer Werkstatt.
Hochkonzentriert bei der Arbeit: Lukas Schmittlutz beim Alpencup 2023 (Quelle: FFN)

2026-03-24T09:55:17.470Z Lukas Schmittlutz: Fliesenleger aus Leidenschaft

Wie Lukas Schmittlutz auf „Die Meistermacher“ gestoßen ist, weiß er gar nicht mehr genau. Aber die Idee, zusätzlich zur Meisterschule über eine Online-Lernplattform das bereits Gelernte zu vertiefen und zusätzliches Wissen vermittelt zu bekommen, hat ihm sofort gefallen. Er gehörte Anfang 2022 zu den Ersten, die sich mithilfe der Plattform auf ihre spätere Meisterprüfung vorbereiteten.

Schmittlutz war begeistert von „Die Meistermacher“: „Ich fand das echt klasse. Das, was man auf der Meisterschule gelernt hat, konnte man noch einmal abrufen und sich selbst prüfen, ob man es kann oder nicht. Viele Fragen waren deckungsgleich mit dem, was man auf der Meisterschule gelernt hat.“ Darüber hinaus habe es aber auch zusätzlich Fragen gegeben, die er vorher nicht auf dem Schirm hatte. Die hätten das Wissen in bestimmten Detailfragen weiter vertieft. „Als Ergänzung zur Meisterschule ist das eine super Lernmethode.“

Vier Männer stehen in einer Fliesenausstellung und tragen schwarze Polohemden mit Firmenlogo.
Family-Business: Großvater Andreas Schmittlutz, Vater Markus Schmittlutz, Lukas Schmittlutz und Onkel Bernd Schmittlutz (v. l.) (Quelle: Privat)

Drei Generationen, ein Handwerk

Ende 2022 legte Lukas Schmittlutz seine Meisterprüfung ab und machte anschließend dort weiter, wo er auch schon in die Lehre gegangen war: Im Familienbetrieb „Fliesen Schmittlutz“ im oberfränkischen Mürsbach, den es schon seit 1971 gibt, also seit über 50 Jahren. „Mit mir sind wir mittlerweile in der dritten Generation. Mein Opa, mein Vater und mein Onkel sind alle Fliesenlegermeister.“ Dieses geballte Know-how und ausgeprägter Geschäftssinn haben dazu geführt, dass die Familie 1997 eine Filiale im thüringischen Siegritz in der Nähe von Hildburghausen eröffnet hat. „Vor sechs, sieben Jahren haben wir dort eine komplett neue Ausstellung mit neuer Lagerhalle gebaut.“

In Mürsbach ist der eigentliche Hauptsitz mit Verlegung und Verkauf, in Siegritz wird nur verkauft. „Mein Vater macht die Verlegung in Mürsbach, mein Onkel den Verkauf in Thüringen. Aber auch da haben wir mittlerweile schon um die 50, 60 Firmenkunden, die bei uns ihr Material beziehen. Der Betrieb ist mittlerweile genauso groß wie der in Mürsbach.“ Der Onkel pendelt die 60 bis 70 Kilometer jeden Tag.

Keine Vorzugsbehandlung für den Sohn

War es nicht auch ein wenig schwierig, beim eigenen Vater in die Lehre zu gehen? Schmittlutz lacht. „Ich sag‘ mal so: Das Ganze hat zwei Seiten. Auf der einen Seite wurde ich auf keinen Fall bevorzugt. Ich musste eher noch mehr arbeiten. Und die Ausbildung bei uns ist schon richtig gut. Wenn ich woanders gelernt hätte, hätte ich wahrscheinlich 100 Kilometer weiter weg lernen müssen – irgendwo, wo mich keiner kennt. Unser Betrieb ist relativ bekannt in der Region. Wir hatten Angst, dass ein in der Nähe gelegener Betrieb gesagt hätte: Der geht eh nach drei Jahren weg. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen, daheim zu lernen. Klar, es gibt da schon mal Meinungsverschiedenheiten, aber im Großen und Ganzen war das die richtige Entscheidung.“

Lukas Schmittlutz hat nie ernsthaft darüber nachgedacht, einen anderen Beruf zu erlernen als den, den ihm Großvater, Vater und Onkel vorgelebt haben. „Ich bin da einfach mit reingewachsen. Mir hat der Beruf auch schon immer richtig gut gefallen.“ Er habe zwar andere Dinge ausprobiert – ein Praktikum bei einem Maler, ein anderes in einem Büro –, aber wirklich begeistert hat ihn nur die Fliesenlegerei. Und das Familienhandwerk zu erlernen hat er nicht bereut, im Gegenteil: „Es war die beste Entscheidung, die ich bis jetzt getroffen habe“, sagt der 24-Jährige.

Ein Gruppenfoto von drei Männern, die beim PCI Alpencup 2023 ausgezeichnet wurden.
Gemeinsam mit Teamkollege Manuel Karg (rechts) holte Lukas Schmittlutz den zweiten Platz beim PCI-Alpencup 2023 in der Schweiz. Bundestrainer Tim Welberg (links) hatte das Team auf den Wettbewerb vorbereitet. (Quelle: FFN)

Erfolgreiche Nationalmannschaftszeit

Dass Fliesenlegen für ihn weder nur ein Job ist noch so etwas wie eine familiäre Verpflichtung, sondern im Wortsinn eine Berufung, hat er auch schon auf anderer Ebene unter Beweis gestellt: Er war von 2021 bis Ende 2023 Mitglied der Fliesen-Nationalmannschaft, und das mehr als erfolgreich. Nachdem er 2022 eine Nationalmannschaftspause eingelegt hatte, um seinen Meister zu machen, griff er 2023 an: Als Zweiter der finalen Ausscheidung bei den Karl Dahm Handwerkertagen verpasste er die Qualifikation für die EuroSkills in Danzig denkbar knapp.

„Im Nachhinein bin ich aber ganz froh darüber, wie es gelaufen ist“, erzählt Lukas Schmittlutz. „Der zweite und der dritte Platz durften dann zum PCI-Alpencup in die Schweiz. Das war für mich eigentlich der bessere Wettbewerb.“ Beim Alpencup seien Großformate gefragt gewesen und Fischgrätmuster. „Das war viel interessanter, und es war ein Partnerwettbewerb.“ So arbeitete Schmittlutz beim Alpencup mit Manuel Karg zusammen, dem Drittplatzierten des Ausscheidungswettkampfs bei Karl Dahm. „Wir waren das perfekte Team, haben uns blind verstanden. Das hat uns ausgemacht. Und ich glaube, dass wir auch deshalb den zweiten Platz geholt haben.“ Der Alpencup hat die beiden zusammengeschweißt, sie sind mittlerweile gut befreundet.

Das Highlight der Nationalmannschaftszeit von Lukas Schmittlutz sollte aber noch folgen: Sika hatte die PCI Augsburg GmbH im Mai 2023 übernommen und die vorne platzierten Teams des Alpencups im Dezember 2023 zu einem internationalen Wettbewerb in China eingeladen, der 10th International Tiler Competition in Guangzhou. „Das war ein einmaliges Erlebnis und der krönende Abschluss meiner Nationalmannschaftskarriere. Und wir haben echt Glück gehabt: Der Jahrgang danach ist nicht rübergeflogen.“

Lehrling, Meister und dann?

Und wo sieht er seine Zukunft? Natürlich im Familienbetrieb. Aber bis er (noch) mehr Verantwortung übernimmt, wird es noch eine Weile dauern. „Mein Vater ist noch ziemlich jung, der ist erst 47, der muss noch ein bisschen machen. Ich bin jetzt einfach angestellter Meister.“ In den nächsten vier bis fünf Jahren werde sich daran nichts ändern. „Aber irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich dann mit einsteige – quasi als Geschäftsführer.“ So viel ist sicher: Lukas Schmittlutz wird seinen Weg weitergehen. Und wir von F+P Fliesen und Platten sind stolz, dass wir ihn mit „Die Meistermacher“ auf einem wichtigen Teilstück dieses Wegs unterstützen durften.

zuletzt editiert am 26. Juni 2026
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